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Hier finden Sie eine Auswahl an archivierten Mitteilungen.

Frauenministerin Lambrecht lehnt Gendersternchen ab

Deutliche Worte von der Frauenministerin: Aus den Bundesbehörden sollen gendersensible Kurzformen mit Sternchen, Doppelpunkt oder Binnen-I verschwinden.

(6. Oktober 2021) Frauen- und Familienministerin Christine Lambrecht (SPD) spricht sich einem Zeitungsbericht zufolge dafür aus, dass Ministerien und Bundesbehörden auf das Gendersternchen verzichten. Sonderzeichen als Wortbestandteile in der offiziellen Kommunikation seien »nicht zu verwenden«, heißt es in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Auch »von der abwechselnden Verwendung von männlicher und weiblicher Form« werde abgeraten. Mit Verweis auf den Rat für deutsche Rechtschreibung sagte die Ministerin, die Schreibungen seien rechtswidrig und womöglich nicht »allgemeinverständlich«. Stattdessen sollten neben der maskulinen Form »weibliche« oder geschlechtsneutrale Formen verwendet werden. Ein »pragmatischer Umgang« wird auch für zusammensetzte Wörter wie »Teilnehmerliste« angeregt. Allerdings sollte man hier eher auf »Teilnahmeliste« ausweichen. Auch bei »gemischten Gruppen« (NOZ) sei die ausschließliche Nennung von weiblicher und männlicher Form »grundsätzlich annehmbar«, da der Anteil anderer Personen »sehr gering ist«. Trotz Absage an ein generisches Maskulinum hat die Ministerin juristische oder abstrakte Personen wie »Arbeitgeber« von ihren Regeln ausgenommen.

Weitere Informationen: Neue Osnabrücker Zeitung.

NATOURALE AWARD CEREMONY 2020
Bild: correctura (Torsten Siever)

NATOURALE Film-Festival

Redaktionsarbeit für das Wiesbadener Film-Festival

(4. Februar 2021) Anders als 2018 durften wir 2020 die komplette Redaktionsarbeit und Werbung der NATOURALE betreuen (Programmheft, Web, Shop, Plakate, Poster, Portikus-Banner, Fahnen etc.). Durch die Corona-Pandemie mussten die Filmtage und Preisverleihung verlegt werden – in einen Film. Gehen Sie mit Tamina Kallert und ihren Gästen auf Spurensuche nach den Hessischen Löwen … viel Spaß!

Weitere Informationen: NATOURALE AWARD CEREMONY (YouTube).

Unwort(-Paar) des Jahres 2020

Rückführungspatenschaften und Corona-Diktatur sind die Unwörter des Jahres 2020

(12. Januar 2021) Rückführungspatenschaften sei zynisch und beschönigend, so die Jury. Der Ausdruck der Migrationspolitik der EU bezeichnet den neuen Mechanismus, dass Staaten, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, ihrer »Solidarität« mit den anderen EU-Mitgliedern dadurch gerecht werden sollen, dass sie die Verantwortung für die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber übernehmen. »Patenschaft« sei positiv besetzt und würde dem beschönigenden Wort »Rückführung« (für »Abschiebung«) etwas Gutes verleihen.
Der Ausdruck Corona-Diktatur stelle einen Widerspruch dar (in Diktaturen kann nicht demonstriert werden), verharmlose tatsächliche Diktaturen und verhöhne Menschen, die sich gegen diese wendeten.
Mit der erstmaligen Wahl eines Unwort-Paares nehme die Jury Rücksicht darauf, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit wie in den Unwort-Einsendungen dominierte.

Weitere Informationen: zur Unwort-Pressemitteilung.

Duden schafft generisches Maskulinum ab

In der Online-Ausgabe des Duden wird nun explizit der Arzt als ›männliche Person‹ bezeichnet.

(10. Januar 2021) Die Duden-Redaktion sorgt derzeit für Gesprächsstoff: Sie schafft die maskulinen generischen Formen, die traditionell als neutrale Form für alle Geschlechter verwendet wird, ab und weist den maskulinen Formen ein männliches Geschlecht zu. Umfragen lassen diesen Schritt nicht unbedingt einleuchten, die Gesellschaft ist gespalten. Sprachwissenschaftlerin Ewa Trutkowski von der Freien Universität Bozen hat dazu eine eindeutige Position: »Das generische Maskulinum gehört einfach zur deutschen Sprache dazu. Von daher finde ich diese Neudefinition ziemlich problematisch.« Der Duden missbrauche seine Position. Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Duden-Wörterbuchredaktion wiegelt ab: »Wir positionieren uns hier überhaupt nicht einseitig. Wir konkretisieren unsere Einträge im Online-Wörterbuch für männliche und weibliche Personenbezeichnungen.

Weitere Informationen: zur Meldung beim Deutschlandfunk.

»Corona-Pandemie« ist Wort des Jahres 2020

Keine Überraschung und mehr als nachvollziehbar: Der Ausdruck bezeichnet die schwierigste Krise seit dem 2. Weltkrieg.

(1. Dezember 2020) Das Wort des Jahres 2020, wie vielfach erwartet, ist Corona-Pandemie. Diese Entscheidung traf eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Die Zusammensetzung be­nennt das beherrschende Thema nahezu des gesamten Jahres. Als Wort des Jahres steht Corona-Pandemie nicht nur für die nach Ein­schätzung der Bundeskanzlerin ebenso wie vieler Fachleute schwerste Krise seit dem 2. Welt­krieg, sondern sprachlich auch für eine Vielzahl neuer Wortbil­dungen (Coronavirus, -krise, -zah­len, -jahr, Corona-Demo, -Hotspot, -Warn-App, coronabedingt, -geplagt …). Als weitere Wörter wurden gewählt: : 2. Lockdown, 3. Verschwörungserzählung, 4. Black Lives Matter, 5. AHA, 6. systemrelevant, 7.Triage, 8. Geisterspiele, 9. Gendersternchen, 10. »Bleiben Sie gesund!«.

Weitere Informationen: zur PM der Gesellschaft für deutsche Sprache.

Logo Genderator sowie Symbole für

Gendern: Hinweise zur geschlechtergerechten Sprache

correctura hat einen umfangreichen Artikel zum Thema gendergerechtes Schreiben veröffentlicht.

(30. September 2020) Gendergerecht schreiben: ja, aber wie? Wir erläutern die wichtigsten Termini zur Thematik, erklären, welche sprachlichen Varianten des Genderns es im Deutschen gibt und welches die Vor- und Nachteile der jeweiligen Schreibweisen sind. Die Wahl der gendergerechten Formulierung hängt von der Textsorte, vom Zielpublikum und von Vorgaben/Richtlinien ab. Je nachdem gilt es, der amtlichen Rechtschreibung zu entsprechen, oder aber es sollen Aspekte wie Ästhetik, Aussprache, Barrierefreiheit, Grammatikalität, Inklusion, Lesbarkeit, Präzision und Verständlichkeit beachtet werden. Der Beitrag bietet entsprechend eine Hilfestellung, die passende Genderform zu finden.

Weitere Informationen: Artikel zur geschlechtergerechten Sprache.

GfdS spricht sich gegen das Gendersternchen aus

Die Gesellschaft für deutsche Sprache begrüßt eine geschlechtergerechte Sprache, sieht diese aber eher in Form von Schrägstrich- und Paarschreibung.

(14. August 2020) Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden stellt in ihrer Pressemitteilung fest, dass »der Stern im Wort [...] weder mit der deutschen Grammatik noch mit den Regeln der Rechtschreibung konform [ist]. Das Nebeneinander des Gendersternchens und anderer Formen führt zu Uneinheitlichkeit und auch in Bezug auf die Sprechbarkeit gibt es gewisse Probleme.« Dennoch befürwortet die Gesellschaft »grundsätzlich eine diskriminierungsfreie Sprache, das sogenannte Gendersternchen (z. B. Leser*in) stellt aber aus sprachlicher Sicht kein geeignetes Mittel dar, um dieses Anliegen umzusetzen.« In den näheren Erläuterungen unter https://gfds.de/gendersternchen/ wird der Standpunkt begründet. Auch Alternativen werden ausführlich behandelt.

Weitere Informationen: Pressemitteilung und weiterführende Links zu den Bewertungen.

Vornamen
Foto: Bildprinz

Vornamen 2019: Hanna(h)/Emma, Noah

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat die häufigsten Vornamen des Jahres 2019 ermittelt. Auf den ersten Plätzen landen Hanna(h), Emma und Noah. Während bei den Mädchen mehr Monotonie herrscht, sind

(17. Mai 2020) Bei den Spitzenpositionen der weiblichen Erstvornamen darf man sowohl Hanna(h) als auch Emma auf Platz 1 setzen, denn der Unterschied könnte nicht geringer sein: Hanna(h) wurde 5.274-mal und Emma 5.273-mal als Erstname vergeben. Auf Emma folgen lautlich auffallend ähnliche Namen wie Mia (3), Emilia (4), Lina (6), Ella (8) und Mila (9). Sophia landet bei der neuen Rechnung erst auf Platz 5 und Marie auf Platz 10. Bei den Jungen führt Noah mit 4.922 registrierten Erstnamen die Liste an, gefolgt von Ben und Paul. Dabei erweist sich ein grundsätzlicher Geschlechtsunterschied: Jungennamen können einsilbig sein, während bei den Mädchennamen selbst in den Top 100 kein einziger Einsilber vorkommt.

Die beliebtesten Vornamen für Mädchen (Vorjahresplatz in Klammern):
1. Hannah/Hanna (2)/1. Emma (1), 3. Mia (3), 4. Emilia (5), 5. Sophia/Sofia (4), 6. Lina (6), 7. Clara/Klara (9), 8. Ella (8), 9. Mila (7), 10. Marie (12)

Die beliebtesten Vornamen für Jungen (Vorjahresplatz in Klammern):
1. Noah (4), 2. Ben (1), 3. Paul (2), 4. Leon (3), 5. Luis/Louis (5), 6. Henry/Henri (8), 7. Felix (9), 8. Elias (7), 9. Jonas (6), 10. Finn (11)

Weitere Informationen: zur Meldung der GfdS.

Klimahysterie ist Unwort des Jahres 2019

Unter 671 Einsendungen waren 397 verschiedene Ausdrücke, von denen die Unwort-Jury knapp 50 auswählte, die den Unwort-Kriterien entsprachen.

(15. Januar 2020) Mit dem Wort Klimahysterie werden, so die Jury, Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert. Der Ausdruck sei 2019 von vielen in Politik, Wirtschaft und Medien – von der FAZ über Unternehmer bis hin insbesondere zu AfD-Politikern – verwendet worden. Er pathologisiere pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektiver Psychose. Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel sei das Wort zudem irreführend und stütze in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen. Auf Platz 2 landete das Wort Ethikmauer. Zu den häufigsten Einsendungen (10 und mehr), die allerdings nicht zwingend den Kriterien der Jury entsprachen, zählten Verschissmus (22x), Deals (16x), Umweltsau (16x), Alte weiße Männer (13x), Verschmutzungsrechte (11x), Klimaleugner (11x), Lkw-Vorfall (10x) und Flugscham (10x).

Weitere Informationen: Aktionswebsite des Unwortes des Jahres.

Auszug aus der Der Sprachdienst 6/2019 (correctura)
Screenshot: Satz: correctura; © GfdS

Redaktion der Zeitschrift »Der Sprachdienst«

Neben dem Satz hat correctura nun auch die Redaktion übernommen.

(29. November 2019) Die Zeitschrift »Der Sprachdienst« ist das Veröffentlichungblatt der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden (bekannt durch die »Wörter des Jahres«). Wir freuen uns, dass neben dem Satz nun auch die Redaktion in den Händen von correctura liegt. Die Zeitschrift enthält (für Laien verständliche) wissenschaftliche Beiträge zur deutschen Sprache (Linguistik), Interviews, Pressespiegel, Informationen aus den weltweiten Zweigstellen, Antworten der Sprachberatung und das Zeit-Wort – ein aktuelles Wort im Fokus.

Weitere Informationen: zur Landingpage der Zeitschrift.