53/2020

Mit Ungepanschtem ins neue Jahr

ChampagnerHerbst und Winter haben auch ihre guten Seiten: Ostfriesentee, endlich mal wieder eine DVD einlegen und warum nicht auch mal ein Glas Wein dazu trinken. Wenn man jedenfalls die Flasche eines Weins öffnet, der nicht gepunscht ist. Oder gepanscht? Richtig, denn mit dem Punsch teilt das Panschen zwar die Aussprache und häufig auch seinen Alkoholgehalt (Bier, Wein), doch ist die Wortart eine andere. Gemeinsamkeiten hat es allerdings mit planschen: Beide Wörter haben lautmalerischen Charakter und das Duden-Herkunftswörterbuch stellt eine Verbindung zum Manschen her. Im einen wie im anderen Fall ist die Übertragung auf das unerwünschte, illegale und oft auch gesundheitsschädliche Mischen von Bier und Wasser oder Wein und Glykol passend, denn beim Zusammenkippen von Gaumenfreude und Streckmittel kommt es mitunter zum Platschen. Für die Annahme, dass Punsch wie panschen (oder pantschen) eine Lautmalerei ist, sprechen die Umstände, dass die Aussprache gleich ist und beim Punsch ebenfalls Flüssigkeiten zusammengeführt werden. Gegen sie spricht allerdings die Bildungsweise: Punsch ist vermutlich eine Fantasiebildung zu Hindi pāñc, das ›fünf‹ bedeutet und auf seine fünf Zutaten referiert: Arrak, Zucker, Zitronensaft, Wasser (oder Tee) und Gewürz. (28. Dezember 2020; Foto: SplitShire)


Weitere Tipps der Woche finden Sie beim Sprachwissen.

Tipp

Der Tipp der Woche

Hier klären wir wöchentlich eine Frage zu Rechtschreibfehlern oder Schreibvarianten. – Sie haben eine Frage zur Orthografie? Schreiben Sie uns, gern mit Fotobeleg der Auffälligkeit, an info@correctura.com.